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Wenn ich mit Frauen über Geburt spreche, höre ich ganz oft dieselbe Angst heraus: die Angst vor Kontrollverlust. Die Angst, dass alles ganz anders kommt, als geplant. Und ehrlich gesagt – genau das ist mir passiert.
Ich hatte mich “perfekt” auf meine Traumgeburt im Geburtshaus vorbereitet. Ich hatte meine Geburtsvorberitungsübungen gemacht, Hyponobirthing, visualisiert, war Spazieren, beim Sport usw. – und am Ende kam doch alles anders als geplant mit Einleitung, Antibiose, PDA, Wehentropf usw. 59 Stunden Geburt, ein Blasensprung mehr als eine Woche vor Termin, drei Nächte ohne Schlaf, Erbrechen, eine Fahrt ins Krankenhaus mitten in der Nacht, die sich wie eine Niederlage anfühlte.
Und trotzdem: Es war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens! Eine positive, selbstbestimmte Geburt, die ich immer wieder genauso erleben würde!
Mir geht es in diesem Artikel nicht darum, dir zu sagen, Vorbereitung bringt nichts, oder du darfst dich nicht auf deine Traumgeburt freuen… Mir geht es darum, dass du mitnimmst:
- warum eine Geburt komplett anders laufen kann als geplant – und trotzdem positiv sein darf
- warum Interventionen wie PDA, Einleitung oder Antibiose Selbstbestimmung nicht ausschließen, sondern manchmal genau ermöglichen
- wie Visualisierung, Affirmationen und mentale Vorbereitung dich durch schwere Momente tragen können, gerade wenn Dinge anders laufen als gedacht
- warum du Entscheidungen aus Klarheit statt aus Angst treffen solltest
- und welche 10 Learnings ich aus meiner eigenen Geburt für dich mitgenommen habe
Das Wichtigste in Kürze: Eine positive, selbstbestimmte Geburt hängt weniger davon ab, ob dein “Plan” aufgeht, als davon, wie selbstbestimmt du dich fühlst und wie bewusst du Entscheidungen triffst – ganz gleich, was im Außen passiert.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Auch wenn ich Ärztin bin, kann ich über einen Blogartikel keine persönliche Diagnose stellen oder individuelle Therapie empfehlen. Bitte besprich Fragen zu Schwangerschaftsdiabetes, Blutzuckerwerten, Tests, Ernährung oder Nahrungsergänzung immer mit deiner betreuenden Ärztin, deinem betreuenden Arzt oder deiner Hebamme, oder in mit mir in meiner ärztlichen Online-Sprechtunde.
Wie meine Geburt begann: ein Blasensprung, den ich nicht erwartet hatte
Nur etwa jede achte Geburt beginnt so, wie man es aus Filmen kennt: mit einem Blasensprung. Bei den meisten Frauen, gerade bei der ersten Geburt, beginnt es mit einer langen Latenzphase – leichten, unregelmäßigen Wehen, oft über Tage hinweg, die sich langsam steigern. Ich gehörte zur selteneren Kategorie.
Über eine Woche vor meinem errechneten Termin, mitten beim Kniffel-Spielen bei meinen Eltern, platzte meine Fruchtblase. Kein Schwall wie im Film, sondern ein leichtes Tröpfeln rosanen Fruchtwassers. Wir fuhren nach Hause und drehten noch eine kleine Runde spazieren.
Dann legte ich mich ins Bett und verabschiedete mich mit einer kleinen Meditation ganz bewusst von unserer wunderschönen Schwangerschaft – und hieß unser Baby willkommen. Ich war voller Vorfreude auf unseren kleinen Schatz und auf die Geburt selbst: Während ich im Medizinstudium über Geburt vor allem eines gelernt hatte – Angst –, hatte ich mir ganz bewusst die Überzeugung aufgebaut, dass mein Körper das kann und es eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens wird. Noch am selben Abend setzten die Wehen ein und steigerten sich schnell. Mein Mann legte mir mein TENS-Gerät an, eine Form der nicht-medikamentösen Schmerzlinderung, die über elektrische Impulse am unteren Rücken hilft, Schmerzreize auf dem Weg zum Gehirn abzufangen.
In der Nacht wurden die Wehen so intensiv, dass ich mich übergeben musste und am ganzen Körper zitterte – etwas, das ich bei mir mit sonst sehr robustem Magen nicht erwartet hatte. Gegen die frühen Morgenstunden wurden die Wehen dann aber immer leichter und unregelmäßiger. Das ist nicht ungewöhnlich: Mit dem morgendlichen Cortisol-Anstieg lässt die Wehentätigkeit bei vielen Frauen erst einmal nach, bevor sie am Tag wieder zunimmt.
So ging es 24 Stunden weiter – Wehen, die kamen und wieder abflachten. Mein Körper war dabei die ganze Zeit im Ausnahmezustand: Ich konnte nichts essen und kaum etwas trinken – selbst einen Schluck Saft habe ich sofort wieder erbrochen. Als meine Hebamme mich am folgenden Tag nachmittags untersuchte, war der Befund ernüchternd: Der Muttermund war verstrichen, aber nicht eröffnet. Wir entschieden also noch nicht ins Geburtshaus zu fahren, ich bekam einen Einlauf und zum Abend hin wurden die Wehen wieder deutlich intensiver
Als der Plan kippte: die Fahrt ins Krankenhaus
Nach einem früheren Blasensprung gilt: Die Geburt sollte innerhalb von etwa 24 Stunden im Geburtshaus starten, weil das Infektionsrisiko für das Baby sonst steigt. Die Fruchtblase schützt das Baby wie eine Barriere – ist sie einmal geöffnet, können Keime aufsteigen.
Um Mitternacht der Nacht war mein Blasensprung bereits knapp 29 Stunden her – meine Hebamme untersuchte mich erneut: Kein Geburtsfortschritt! – Trotz all der Wehenarbeit der letzten Stunden… Gemeinsam entschieden wir: Wir fahren ins Krankenhaus.
Für mich war dieser Moment der schwerste der ganzen Geburt. Ich hatte mich monatelang auf meine Geburtshausgeburt gefreut, sie mir bis ins Detail visualisiert. Diese Entscheidung fühlte sich zunächst wie ein Aufgeben an, fast wie Scheitern.
Rückblickend war sie genau richtig. Wir hatten uns im Vorfeld für den Notfall bewusst ein Krankenhaus mit anthroposophischer, ganzheitlicher Arbeitsweise ausgesucht – und das hat sich ausgezahlt.
Im Krankenhaus: wie es Schritt für Schritt weiterging
Als wir gegen Mitternacht im Krankenhaus ankamen, war ich schon völlig erschöpft – eine Nacht ohne Schlaf, einen ganzen Tag ohne Essen und kaum etwas zu trinken. Direkt nach der Aufnahme entschieden wir uns für eine Antibiose,, um das Infektionsrisiko durch den langen Blasensprung zu senken und mir mehr Zeit für eine vaginale Geburt zu verschaffen. In den frühen Morgenstunden konnte ich zwischen den Wehen wenigstens immer wieder ein paar Minuten dösen – insgesamt vielleicht zwei, drei Stunden.
Am nächsten Morgen stand die Entscheidung an: Kaiserschnitt oder Einleitung. Weil ich an meiner vaginalen Geburt festhalten wollte, entschied ich mich bewusst gegen den Kaiserschnitt – und dafür, die Geburt mit Prostaglandinen anzustupsen. Die Einleitung durch die Einnahme der Tabletten zog sich über den ganzen Tag: eine Dosis nehmen, warten, die nächste Dosis, wieder warten.
Am Abend wurden die Wehen wieder richtig intensiv. Bei der nächsten Untersuchung dann die erste große Überraschung: sechs Zentimeter. Endlich Fortschritt – das hat mir unglaublich viel Kraft gegeben.
Gleichzeitig wusste ich: die dritte Nacht ohne Schlaf und dann noch die Hauptphase der Geburt – das schaffe ich so nicht. Also nahm ich eine leichtere sogenannte Walking-PDA an. Ich schlief augenblicklich ein, etwa zwei Stunden, die mir enorm viel Kraft und Energie für die Geburt gaben.
Danach merkte ich, dass meine Wehen in aufrechten Positionen – auf dem Pezziball und im Vierfüßlerstand – laut CTG deutlich effizienter wurden. Als sie gegen Morgen erneut nachließen, stimmte ich einem Oxytocin-Tropf zu, um sie wieder anzuregen. Denn auch wenn die Herztöne meines Babys die ganze Zeit stabil und stark waren – diese Geburt musste so langsam zum Ende kommen…
Die Interventionen, die mir am Ende meine vaginale Geburt ermöglicht haben
Im Krankenhaus kamen nach und nach mehrere medizinische Maßnahmen dazu, die ich mir vorher nicht gewünscht hatte:
- Antibiose, um das Infektionsrisiko durch den langen Blasensprung zu senken und mir mehr Zeit für eine vaginale Geburt zu geben
- Medikamentöse Einleitung mit Prostaglandinen, weil die Geburt von selbst nicht richtig in Gang kam und der Zeitdruck durch den Blasensprung stieg
- Eine leichtere Form der PDA (Walking-PDA), damit ich nach zwei durchwachten Nächten endlich etwas schlafen konnte
- Oxytocin, als die Wehen erneut ins Stocken gerieten
- Ein Gerinnungsmittel gegen eine stärkere Blutung nach der Geburt
Jede einzelne dieser Maßnahmen war etwas, das ich ursprünglich vermeiden wollte. Und jede einzelne war am Ende genau das, was mir ermöglicht hat, mein Baby gesund, vaginal und selbstbestimmt zur Welt zu bringen..
Jede einzelne dieser Maßnahmen war etwas, das ich ursprünglich vermeiden wollte. Und jede einzelne war am Ende genau das, was mir ermöglicht hat, mein Baby gesund, vaginal und selbstbestimmt zur Welt zu bringen..
Endlich: die Geburt meines Sohnes
Zum Morgen hin, als der Muttermund vollständig eröffnet war, ließ ich die PDA bewusst nachlassen, weil ich aktiv mitschieben und spüren wollte, was passiert. Die Austreibungsphase war tatsächlich mit Abstand mein liebster Teil – weil ich endlich das Gefühl hatte: Ich gebäre mein Kind jetzt wirklich!
Nach nichtmal 40 Minuten war im Vierfüßlerstand erst sein Kopf da – und in der nächsten Wehe sein ganzer kleiner Körper!
Er schrie sofort und sein Papa war der Erste, der ihn auf der Welt empfing. Als er ihn mir durch die Beine reichte, sah ich noch kurz, dass es ein Junge war – genau wie unser Bauchgefühl immer gesagt hatte und ich drückte ihn mit Freudentränen ganz fest an meine Brust.
Dieses Gefühl, diesen Moment werde ich niemals vergessen.
Er war so unbezahlbar, dass ich dafür alles wieder und wieder ganz genauso machen würde.
Und ja, es war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens!
Direkt danach wurde es noch einmal hektisch, weil ich deutlich mehr Blut verlor als normal. Als Ärztin wusste ich in dem Moment sofort: Das ist zu viel. Als Mama habe ich in diesem Moment vor allem gefühlt: Mein Baby ist da, es schreit, es ist gesund. Beides durfte gleichzeitig da sein.
Nach 59 Stunden war unser Sohn da. Medizinischer, als ich es mir gewünscht hatte – und trotzdem genau die Geburt, die ich immer wieder erleben würde.
Was mich durch diese Geburt getragen hat: die vier Ebenen
Wenn ich auf diese 59 Stunden zurückblicke, frage ich mich manchmal selbst, wie ich das eigentlich geschafft habe. Ich glaube, es war genau das, woran ich seit Jahren glaube und was ich in meiner Arbeit jeden Tag lehre: ein ganzheitliches Zusammenspiel aus vier Ebenen.
- Mein Körper, der stark und fit war – und dem ich vertraut habe (und damit auch dem kleinen Körper meines Babys).
- Mein mentaler Fokus, den ich fest auf mein Ziel und meine Vision gerichtet gehalten habe. Das gab mir Kraft, Positivität und die Klarheit für bewusste Entscheidungen – sogar gegen meinen ursprünglichen Plan.
- Meine Emotionen, die ich zugelassen, aber aktiv gelenkt habe – hin zu Freude und Vertrauen statt zu Angst und Zweifel.
- Die seelische Ebene, also das Loslassen meines Plans und meiner Ego-Vorstellungen von der „richtigen“ Geburt, das Sich-Hineingeben in den Fluss des Lebens und die Offenheit, an der Erfahrung zu wachsen.
Es sind genau diese vier Ebenen, die mich getragen haben – und zwar nicht nur unter der Geburt, sondern eigentlich bei allem im Leben. Genau dieses ganzheitliche Zusammenspiel zieht sich durch meine gesamte Arbeit.
Meine 10 Learnings für eine selbstbestimmte Geburt
Aus dieser Erfahrung habe ich zehn Learnings mitgenommen, die auch dir zu einer positiven Geburysergahrunh verhelfen können – ganz unabhängig davon, wie deine eigene Geburt am Ende verläuft.
1. Wisse, was dir wirklich wichtig ist – und sei bereit, den Rest loszulassen
Bevor irgendetwas anders lief als geplant, hatte ich mir eine Frage beantwortet: Was ist mir wirklich, wirklich wichtig? Für mich waren das Selbstbestimmung, Freude, Vertrauen, eine vaginale Geburt und dass mein Mann unser Baby als Erster in Empfang nimmt. Das Geburtshaus, die Kontrolle über den genauen Ablauf, der „perfekte“ Weg – das durfte ich loslassen.
Das ist ein bisschen wie das Pareto-Prinzip auf die Geburt übertragen: Welche 20 Prozent machen für dich am Ende 80 Prozent des positiven Geburtserlebnisses aus? Wenn du das für dich klärst, hast du in dem Moment, in dem du Entscheidungen treffen musst, eine gewisse Klarheit, die dich trägt.
2. Visualisiere deine Geburt vorher – und vor allem, wie du dich dabei fühlen willst
Beim Visualisieren geht es nicht in erster Linie darum, was passiert, sondern wie du es erlebst. Wenn du einen Gefühlszustand mental immer wieder übst, baust du die neuronalen Strukturen dafür auf, die du dann unter der Geburt abrufen kannst – unabhängig davon, was im Außen passiert.
Ich habe wieder und wieder visualisiert, wie ich mich unter der Geburt fühlen will: selbstbestimmt, vertrauensvoll, freudig. Das hat mir mehr geholfen als jedes Detail-Szenario, wie die Geburt konkret ablaufen sollte.
3. Bereite dir Anker vor, die dich durch schwere Momente tragen
Jede Geburt hat schwierige Momente. Für mich waren zwei Affirmationen mein Anker: „Jede Wehe bringt mich meinem Baby näher“ und „Mein Körper kann das“. Dazu kamen mein TENS-Gerät und ein Hypnobirthing-Kurs zur Vorbereitung.
Vorbereitung heißt nicht, alles kontrollieren zu wollen – sondern Werkzeuge zu haben, auf die du zurückgreifen kannst, wenn es schwer wird.
4. Was sich wie ein Rückschritt anfühlt, ist manchmal der Weg nach vorne
Die Fahrt ins Krankenhaus fühlte sich in dem Moment an wie das Aufgeben meines Geburtshaustraums. Rückblickend war sie genau die richtige Entscheidung, für die Gesundheit meines Babys. Auch die PDA habe ich nicht als Aufgeben erlebt, sondern als kluge Entscheidung, um Kraft zu tanken.
Interventionen und Selbstbestimmung schließen sich nicht aus. Ganzheitlich zu denken bedeutet nicht, Medizin zu verteufeln – es bedeutet, bewusst das Beste aus allen Welten zu wählen.
5. Erwarte, dass Dinge anders laufen, als du denkst
Drei Nächte ohne Schlaf, Erbrechen, Antibiose, Einleitung, PDA – nichts davon hatte ich erwartet. Wenn du in der Selbstbestimmung bleibst und deine Gedanken und Gefühle aktiv lenkst, kann es trotzdem völlig okay sein, wenn vieles anders kommt, als du dachtest.
6. Triff Entscheidungen aus Klarheit, nicht aus Angst
Ich habe mich bewusst gegen den von einer der Ärztinnen empfohlenen Kaiserschnitt und für eine Einleitung entschieden, weil ich an der vaginalen Geburt festhalten wollte – wohlwissend, dass das keine Garantie war. Als Ärztin kannte ich die Risiken. Genau dieses Wissen hat mir geholfen, aus Klarheit statt aus Angst zu entscheiden, statt mich von Sorge oder medizinischer Autorität treiben zu lassen.
Informiere dich vorher über Vor- und Nachteile möglicher Interventionen – und lass idealerweise auch deine Geburtsbegleitung informieren. Unter der Geburt bist du nicht immer in der Lage, das nachzuholen oder zu diskutieren.
7. Erlaube, aber lenke deine Emotionen aktiv
Emotionen unterdrücken macht uns krank. Aber wir dürfen Einfluss darauf nehmen, wie wir mit ihnen umgehen. Ich habe unter der Geburt bewusst nicht mit meinem Mann über das Worst-Case-Szenario Kaiserschnitt gesprochen – wir haben uns erlaubt, diese Angst später zu besprechen, als unser Baby schon gesund da war. Unsere Augen blieben auf das Ziel gerichtet!
8. Du darfst Wissen und Gefühl gleichzeitig haben – und dein Gefühl über dein Wissen stellen
Ich wusste als Ärztin, dass die Antibiose nicht ideal ist – und habe gleichzeitig gefühlt, dass sie mein Baby schützt. Ich wusste, ein Kaiserschnitt wäre der sicherere Weg gewesen – und habe gefühlt, dass ich meine vaginale Geburt versuchen will. Beide Ebenen dürfen nebeneinander existieren, und du darfst deinem Gefühl in diesem Moment mehr Gewicht geben als deinem Kopf.
9. Bezieh deinen Partner als Team mit ein – und lass ihn seinen Moment haben
Geburt ist kein Solo-Projekt. Dass mein Mann unser Baby als Erster in Empfang nehmen durfte, war für uns beide einer der schönsten Momente der Geburt. Sprecht vorher Rollen und Erwartungen ab: Welchen Moment möchte dein Partner erleben? Was wünschst du dir von ihm?
10. Es muss nicht perfekt laufen, damit es perfekt wird
Am Ende ist es weniger das Außen, das eine Geburt zu einer wundervollen Erfahrung macht, als das, was in dir passiert: wie du dich fühlst, was du denkst, wie selbstbestimmt du bleibst. Du hast nicht in der Hand, wie deine Geburt genau abläuft. Aber du hast in der Hand, was in deinem Kopf und in deinem Herzen passiert.
Vielleicht wünschst du dir genau diese innere Vorbereitung – Visualisierung, Affirmationen und einen selbstbestimmten Umgang mit Ängsten. Genau da begleite ich dich: Ab Ende September, nach meiner Baby-Pause, öffne ich wieder Plätze für mein 1:1-Mentoring und Termine für meine ärztliche Online-Sprechstunde. Mehr dazu findest du gleich unten.
Für dich: Begleitung durch deine Schwangerschaft und Geburt
Wenn du dir während deiner Schwangerschaft oder Geburtsvorbereitung ärztliche Begleitung wünschst, die medizinisches Wissen mit einem ganzheitlichen, selbstbestimmten Ansatz verbindet: Ab Ende September, nach meiner Baby-Pause, biete ich wieder neue Termine für meine ärztliche Online-Sprechstunde und neue 1:1-Mentoring-Plätze an.
Häufig gestellte Fragen zu selbstbestimmter Geburt trotz Komplikationen
Kann eine Geburt trotz vieler Interventionen selbstbestimmt sein?
Ja. Selbstbestimmung bedeutet nicht, ganz ohne medizinische Maßnahmen zu gebären, sondern jede Entscheidung – auch für eine Intervention wie PDA, Einleitung oder Antibiose – bewusst und informiert zu treffen, statt sie einfach über sich ergehen zu lassen.
Was tun bei einem frühen Blasensprung vor dem errechneten Termin?
Ein Blasensprung vor dem errechneten Termin oder vor Wehenbeginn sollte immer zeitnah ärztlich oder von einer Hebamme abgeklärt werden. Meist gilt ein Zeitfenster von etwa 24 Stunden, innerhalb dessen die Geburt beginnen sollte, um das Infektionsrisiko für das Baby gering zu halten. Bespreche mit deiner Geburtsbegleitung vorab, welches Vorgehen für dich in diesem Fall vorgesehen ist.
Ist eine PDA ein Zeichen des Scheiterns?
Nein. Eine PDA kann eine bewusste, kluge Entscheidung sein, zum Beispiel um nach einer langen, erschöpfenden Geburtsphase wieder zu Kräften zu kommen. Ob eine Geburt gut verläuft, hängt nicht davon ab, ob Schmerzmittel oder eine PDA zum Einsatz kommen.
Wie kann ich mich mental auf meine Geburt vorbereiten?
Visualisierung, Affirmationen und Hypnobirthing können helfen, dich mental auf die Geburt vorzubereiten. Wichtig ist dabei weniger, welches konkrete Szenario du dir vorstellst, sondern wie du dich dabei fühlen möchtest – dieses Gefühl kannst du dann unter der Geburt gezielt abrufen. Wie eine ganzheitliche Geburtsvorbereitung konkret aussehen kann, teile ich auch in meiner Podcast-Folge „Ganzheitliche Geburtsvorbereitung: Von Bewegung bis Vertrauen“ (#116).
Wie lange darf die Latenzphase bei der ersten Geburt dauern?
Gerade bei einer ersten Geburt kann sich die Latenzphase – die frühe Phase mit leichten, unregelmäßigen Wehen – über viele Stunden oder sogar mehrere Tage ziehen. Dass Wehen kommen und wieder abflachen (oft mit dem morgendlichen Cortisol-Anstieg), ist meist völlig normal. Entscheidend ist, dass es deinem Baby gut geht – das wird über die Herztöne engmaschig kontrolliert.
Was bedeutet eine Geburtseinleitung mit Prostaglandinen?
Prostaglandine sind Gewebshormone, die den Muttermund weicher und empfänglicher für Wehen machen und ihn so auf die Geburt vorbereiten. Sie werden meist in einem festen Schema als Tablette gegeben. Eine Einleitung kann sinnvoll sein, wenn die Geburt von selbst nicht in Gang kommt oder – wie bei mir – nach einem frühen Blasensprung Zeitdruck entsteht. Ob und wie eingeleitet wird, besprichst du immer individuell mit deinem Geburtsteam.
Was ist eine Walking-PDA – und worin unterscheidet sie sich von einer klassischen PDA?
Eine Walking-PDA ist eine niedriger dosierte Form der Periduralanästhesie. Sie lindert die Schmerzen, lässt dich aber deine Beine und die Wehen noch spüren, sodass du dich oft noch bewegen und aufrechte Positionen einnehmen kannst. Für mich war sie die Möglichkeit, nach zwei durchwachten Nächten endlich etwas zu schlafen und Kraft für die Austreibungsphase zu tanken.
Wie kann mein Partner mich unter der Geburt unterstützen?
Eine Geburt ist kein Solo-Projekt. Sprecht vorher über Rollen, Wünsche und Erwartungen: Was möchtest du, was möchte dein Partner erleben? Wenn er gut informiert ist, kann er dich vertreten, wenn du selbst gerade nicht diskutieren möchtest – und er darf auch seinen ganz eigenen Moment haben, so wie bei uns, als mein Mann unseren Sohn als Erster in Empfang nahm.
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Fazit: Es muss nicht perfekt laufen, damit es perfekt wird
Meine Geburt hat mir noch einmal gezeigt, was ich dir von Herzen mitgeben möchte – gerade dann, wenn du gerade schwanger bist und Angst hast, dass es nicht so läuft wie geplant: Es muss nicht perfekt laufen, damit es perfekt wird.
Für mich hat es mehr als gereicht, an meinen wichtigsten 60 % festzuhalten – an meiner vaginalen, selbstbestimmten Geburt und daran, dass mein Mann unseren Sohn als Erster in den Händen hält. Losgelassen habe ich das Geburtshaus und meine Idee vom „besten“ Weg. Denn jede Geburt kann gleich wundervoll und perfekt sein – von der Hausgeburt bis zur Bauchgeburt und allem dazwischen. Unsere Kleinen haben oft ganz eigene Pläne, wie sie auf die Welt kommen möchten – und irgendwie ist genau das doch auch wunderschön, oder?
Ich wünsche dir von Herzen, dass du deiner Geburt mit Vertrauen begegnen kannst – ganz gleich, welchen Weg sie am Ende nimmt. Denn du hast so viel mehr in der Hand, als du vielleicht glaubst: nämlich, wie du dich fühlst, was du denkst und wie selbstbestimmt du bleibst.
Meine ganze Geburtsgeschichte in aller Ausführlichkeit hörst du direkt hier auf dieser Seite im Podcast-Player – hör gern rein.
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Passend zum Thema Schwangerschaft findest du auf meinem Blog auch:
- Blutzucker in der Schwangerschaft: Was du über Schwangerschaftsdiabetes, OGTT & CGM wissen solltest
- Mikronährstoffe in der Schwangerschaft: Welche Nährstoffe & Blutwerte wirklich wichtig sind
Und wenn du noch tiefer eintauchen möchtest, hör gerne in diese passenden Podcast-Folgen rein:
Wunderschön, dass du hier bist!
Ich bin Charlotte – Ärztin, Health- & Life Coach und Gründerin.
Ich unterstütze dich ganzheitlich auf deinem Weg zu deiner höchsten Energie indem ich mit den vier Säulen deiner Energie arbeite: der körperlichen, mentalen, emotionalen und seelischen Säule. Das Ergebnis? Mehr Energie, Klarheit, Potentialentfaltung, Liebe und Erfüllung.
Meine eigene Geschichte hat mir gezeigt, dass in jedem von uns so viel mehr steckt, als wir uns vorstellen können und der Schlüssel zu unserem besten Leben ein ganzheitlicher Ansatz ist.
Ich bin überzeugt, dass in dir einzigartiges Potential und wundervolle Herzensvisionen stecken, die endlich gelebt werden wollen!
Shownotes zur Folge
In dieser Folge nehme ich dich ganz persönlich und ehrlich mit in meinen Geburtsbericht – und ja, ich verrate es dir gleich vorweg: Es ist ein positiver Geburtsbericht. Auch wenn ganz vieles völlig anders kam, als ich es mir ausgemalt hatte.
59 Stunden, ein früher Blasensprung, der Abschied von meiner geplanten Geburtshausgeburt, Antibiose, Einleitung, PDA, Oxytocin – so viele Interventionen, die ich mir vorher überhaupt nicht gewünscht hatte. Und trotzdem war es am Ende meine Geburt: selbstbestimmt, voller Vertrauen und einfach wunderschön. Ich würde sie immer wieder genau so erleben wollen.
Genau darum geht es heute: nicht um die perfekte Geburt nach Plan, sondern um das, was wirklich zählt – wie du dich fühlst, welche Entscheidungen du triffst und wie du selbstbestimmt bleibst, egal was im Außen passiert. Ich teile meine Geschichte mit dir und leite daraus 10 Learnings ab, die dich tragen dürfen – ganz gleich, wie deine eigene Geburt am Ende aussieht.
Du erfährst unter anderem:
- warum eine Geburt komplett anders laufen kann als geplant – und trotzdem perfekt sein darf
- wie ich es geschafft habe, über 59 Stunden selbstbestimmt zu bleiben, obwohl fast alles anders kam
- warum Interventionen und Selbstbestimmung sich nicht ausschließen – und wie du beides für dich vereinbaren kannst
- wie Visualisierung und Affirmationen wie „Jede Wehe bringt mich meinem Baby näher“ und „Mein Körper kann das“ mich getragen haben
- warum du Entscheidungen aus Klarheit statt aus Angst treffen solltest – und wie Wissen dich davor schützt, dich überreden zu lassen
- wieso du dein Gefühl über dein Wissen stellen darfst
- warum sich ein gefühlter Rückschritt manchmal als der eigentliche Weg nach vorne entpuppt
- wie du deinen Partner als Team einbeziehst und ihm seinen besonderen Moment schenkst
Für dich, wenn du…
- schwanger bist (oder es werden möchtest) und dir eine selbstbestimmte Geburt wünschst
- Angst vor Kontrollverlust hast und lernen möchtest, wie du innerlich bei dir bleibst
- dir wünschst, dass deine Geburt schön wird – egal, wie genau sie am Ende abläuft
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Charlotte ist approbierte Ärztin, Life Coach und staatlich geprüfte Ernährungsberaterin. Sie verbindet medizinisches Wissen mit Coaching-Tools aus NLP, EFT und Klinischer Hypnose – für ganzheitliche Gesundheit auf allen Ebenen.
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