Wenn ich mit Schwangeren über Mikronährstoffe spreche, merke ich immer wieder: Viele Frauen wollen sich und ihr Baby wirklich gut versorgen, aber sie bekommen oft nur sehr pauschale Antworten.
„Nimm einfach Folsäure, dann passt das schon.“
Und ja: Folat beziehungsweise Folsäure ist wichtig. Sehr sogar. Aber Schwangerschaft ist so viel mehr als ein einzelner Nährstoff.
Dein Körper baut gerade ein neues Leben auf. Dafür braucht er Energie, Protein, Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Und gleichzeitig verändert sich dein eigener Bedarf: Blutvolumen, Schilddrüse, Immunsystem, Knochenstoffwechsel, Nervensystem, Stimmung, Regeneration und später auch Stillzeit hängen eng mit deiner Versorgung zusammen.
Mir geht es in diesem Artikel nicht darum, dir Angst zu machen oder dir eine riesige Supplement-Liste aufzudrücken.
Mir geht es darum, dass du verstehst:
- warum Mikronährstoffe in der Schwangerschaft so wichtig sind
- welche Nährstoffe besonders häufig übersehen werden
- warum „im Referenzbereich“ nicht immer automatisch optimal bedeutet
- welche Blutwerte sinnvoll sein können
- und warum individuelle Einordnung gerade in der Schwangerschaft so wertvoll ist
Kurz gesagt: Mikronährstoffe in der Schwangerschaft sind wichtig, weil sie für die Zellteilung, Blutbildung, Schilddrüsenfunktion, Knochenentwicklung, Gehirnentwicklung und das Nervensystem von Mutter und Baby relevant sind. Besonders wichtig sind unter anderem Folat, Cholin, Jod, Eisen, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Selen, Vitamin B12, Calcium, Magnesium und Zink. Welche Nahrungsergänzung für dich persönlich sinnvoll ist, hängt aber immer von Ernährung, Blutwerten, Vorerkrankungen und Schwangerschaftsphase ab.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Auch wenn ich Ärztin bin, kann ich über einen Blogartikel keine persönliche Empfehlung zu Laborwerten, Referenzbereichen, Nahrungsergänzungsmitteln oder Dosierungen geben. Bitte besprich Mikronährstoffe, Blutwerte und Supplemente in der Schwangerschaft immer individuell mit deiner betreuenden Ärztin, deinem betreuenden Arzt oder deiner Hebamme, oder mit mir in meiner ärztlichen Online-Sprechstunde.
Warum Mikronährstoffe in der Schwangerschaft so wichtig sind
Mikronährstoffe sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die dein Körper nur in kleinen Mengen braucht, die aber riesige Aufgaben übernehmen.
In der Schwangerschaft sind sie unter anderem beteiligt an:
- Zellteilung und Wachstum
- Blutbildung und Sauerstofftransport
- Schilddrüsenfunktion
- Gehirn- und Nervensystementwicklung des Babys
- Knochenaufbau
- Immunsystem
- Entzündungsregulation
- Energie, Stimmung und Regeneration der Mutter
Die Aussage “Das Baby bekommt schon alles, was es braucht.” Ist nicht korrekt – Es bekommt das, was über deinen Körper verfügbar ist.
Und ja: Der Körper ist unglaublich anpassungsfähig. Viele Schwangerschaften verlaufen auch dann „okay“, wenn nicht alles optimal ist. Aber wenn wir die Möglichkeit haben, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und sinnvoll zu begleiten, dann ist das aus meiner Sicht eine große Chance, für dein Baby und vor allem für dich! Denn meist steckt die Mama als erstes zurück, wenn die versorgung nicht optimal ist – in Form von Blutarmut, Müdigkeit, gedrückter Stimmung, Krämpfen, Konzentrationsproblemen, Infektanfälligkeit, Haarausfall, Osteoporose u.v.m. In meiner Sprechstunde habe ich immer wieder erlebt, dass Frauen deren Beschwerden als “ganz normale Schwangerschaftssymptome” abgetan wurden, eigentlich einen versteckten Mikronährstoffmangel hatten – sobald dieser behoben war, verschwand auch das Schwangerschaftssymptom!
Referenzbereich ist nicht automatisch Optimalbereich
Ein Punkt, den ich in der Praxis immer wieder sehe: Frauen lassen Blutwerte bestimmen, bekommen gesagt „alles in Ordnung“und wenn man genauer hinschaut, liegen wichtige Werte zwar formal im Referenzbereich, aber weit weg von einem Bereich, den ich präventivmedizinisch optimal nennen würde.
Dazu muss man wissen: Der Referenzbereich wurde festgelegt, weil man bei einer großen Vergleichsgruppe Blut abgenommen hat und geschaut hat, wie die Versorgung verteilt ist. Erst wenn du von einem Mikronährstoff weniger hast als die schlechtesten 5% oder mehr hast als die obersten 5% bist du außerhalb des Referenzbereichs und hast einen Mangel bzw. eine Überdosierung.
Der Referenzbereich sagt also nicht automatisch: „Dieser Wert ist optimal für eine Schwangerschaft, Stillzeit, Regeneration, Energie und mentale Stabilität.“ Er sagt nur: “ Du liegst ungefähr in dem Bereich wie die anderen untersuchten Menschen.
Gerade bei Ferritin, Vitamin D, Vitamin B12, Schilddrüsenwerten oder Selen lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen.
Die wichtigsten Mikronährstoffe in der Schwangerschaft
1. Folat statt nur Folsäure
Folat ist einer der bekanntesten Nährstoffe in der Schwangerschaft, und das aus gutem Grund.
Folat ist besonders früh wichtig für die normale Entwicklung des Neuralrohrs, also der Anlage von Gehirn und Rückenmark. Deshalb ist eine gute Versorgung idealerweise schon ca. 3 Monate vor der Empfängnis oder ganz am Anfang der Schwangerschaft relevant.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Folsäure und Folat:
- Folsäure ist die synthetische, inaktive Vorstufe von Folat.
- Folat beziehungsweise 5-Methyltetrahydrofolat ist die aktive Form, die der Körper direkt nutzen kann.
Manche Menschen können Folsäure genetisch bedingt schlechter in die aktive Form umwandeln. Deshalb kann es sinnvoll sein, bei Präparaten auf aktivierte Folatformen wie 5-Methyltetrahydrofolat, oder Quatrefolic zu achten.
2. Cholin: Der vergessene Nährstoff für Gehirn und Nervensystem
Cholin ist aus meiner Sicht einer der am meisten unterschätzten Nährstoffe in der Schwangerschaft. Etwa 90% aller Schwangeren decken nicht den von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlenen Tagesbedarf von 480 mg Cholin in der Schwangerschaft!
Es wird gebraucht für:
- Zellmembranen
- Fettstoffwechsel
- Leberfunktion
- Nervensystem
- Gehirnentwicklung des Babys
Gerade für die neuronale Entwicklung ist Cholin spannend, weil in der Schwangerschaft extrem viele neue Nervenzellen und Verbindungen entstehen. Viele Schwangerschaftspräparate enthalten allerdings gar kein oder nur sehr wenig Cholin.
Die wichtigste Cholinquelle in der Ernährung sind vor allem Eier mit etwa 150 mg Cholin pro Ei. Aber auch Fleisch, Fisch, Milchprodukte und in kleineren Mengen Hülsenfrüchte enthalten Cholin. Wenn du vegan lebst, vegetarisch isst oder kaum Eier verträgst, kann Cholin deshalb schneller ein Thema werden. Ich persönlich habe in der Schwangerschaft täglich 2-3 Eier gegessen und Cholin zusätzlich supplementiert – um nicht nur das absolute Minimum von 480 mg zu decken sondern eher bei 600mg pro Tag zu landen.
3. Jod: Wichtig für Schilddrüse und kindliche Entwicklung
Jod wird in großem Maß für die Bildung von Schilddrüsenhormonen gebraucht.
Und Schilddrüsenhormone sind in der Schwangerschaft unglaublich wichtig für deine Energie, deinen Stoffwechsel und besonders früh auch für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems.
Gerade im ersten Trimester ist dein Baby stark auf deine Schilddrüsenhormone angewiesen und deine Schilddrüse läuft auf Hochtouren. Deshalb reicht es aus meiner Sicht nicht, nur einmal kurz auf den TSH-Wert zu schauen. Je nach Situation kann dieser Wert noch okay sein, während die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 ein Problem aufzeigen.
Die Jodversorgung ist individuell. Deutschland gilt nach wie vor als “Jodmangel-Region”. Gleichzeitig gilt: Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte die Jodzufuhr immer ärztlich abgestimmt werden!
4. Eisen und Ferritin: Warum Speichereisen so wichtig ist
Eisen ist zentral für Blutbildung, Sauerstofftransport, Energie und Stimmung.
In der Schwangerschaft steigt dein Blutvolumen deutlich. Dein Körper muss mehr Blut bilden, dein Baby wird mit Sauerstoff versorgt, und auch für den Blutverlust bei der Geburt, Wochenbett und Stillzeit sind gute Reserven wertvoll.
Was ich wichtig finde: Es reicht nicht, nur auf den Hämoglobinwert zu schauen, wie es einige Gynäkologen immernoch machen. Der Ferritinwert zeigt den Eisenspeicher und kann viel früher Hinweise geben, ob deine Reserven ausreichend sind.
Eisenmangel oder niedrige Eisenspeicher können mit Müdigkeit, Erschöpfung, schlechter Regeneration und mentaler Belastung zusammenhängen. Gleichzeitig sollte Eisen nicht blind supplementiert werden, sondern anhand von Blutwerten und Verträglichkeit eingeordnet werden. Die Aufnahme von Eisen kann durch Vitamin C, Lactoferrin und eine Einnahme nur jeden zweiten Tag gesteigert werden – manchmal reicht das jedoch nicht aus und eine Eiseninfusion ist von Vorteil.
5. Omega-3, DHA und EPA: Für Gehirn, Augen und Entzündungsregulation
Bei Omega-3 in der Schwangerschaft denken die meisten zuerst an DHA und ja, DHA ist wichtig für Gehirn und Netzhautentwicklung des Babys.
Aber ich finde es wichtig, auch EPA mitzudenken. EPA spielt stärker in Entzündungs- und Signalsysteme hinein. Und Entzündungsregulation ist in der Schwangerschaft ebenfalls relevant, für die Mutter und indirekt auch für Entwicklungsprozesse des Babys.
Um neben DHA auch in relevantem Maß EPA zu dir zu nehmen, reicht ein Algenöl nicht aus, da dieses vor allem DHA enthält.
Und ganz wichtig: Ich habe noch nie eine Schwangere betreut, die es geschafft hat über die Ernährung allein einen guten Omega 3-Index zu erreichen. Insbesondere Leinöl ist hier eine “Falle” denn es enthält vor allem ALA, also eine Vorstufe und die Umwandlung in EPA und DHA ist sehr begrenzt. Deshalb ist es sinnvoll, für die eigene Omega-3-Versorgung bewusst zu supplementieren, besonders, wenn wenig fettreicher Fisch gegessen wird oder du vegetarisch beziehungsweise vegan lebst.
6. Vitamin D: Knochen, Immunsystem und Stimmung
Vitamin D ist wichtig für:
- Calcium- und Phosphatstoffwechsel
- Knochenstabilität
- Immunsystem
- Stimmung
- kindliche Knochen- und Skelettentwicklung
Gerade Schwangerschaft und Stillzeit sind für die Knochengesundheit der Mutter relevante Fenster. Dein Baby braucht Calcium für die Entwicklung und Vitamin D hilft, Calcium im Darm aufzunehmen.
Die Versorgung über Lebensmittel ist meist gering. Sonnenlicht spielt eine Rolle, aber in Deutschland reicht das je nach Jahreszeit, Lebensstil, Hauttyp, Kleidung und Sonnenschutz oft nicht zuverlässig aus. Deshalb gehört Vitamin D für mich zu den Werten, die man in der Schwangerschaft sinnvoll messen und individuell einordnen sollte.
7. Selen: Schilddrüse und antioxidativer Schutz
Selen ist ein Spurenelement, das unter anderem als Bestandteil antioxidativer Enzymsysteme und für die Schilddrüse wichtig ist.
In der Schwangerschaft ist Selen besonders spannend, weil es:
- oxidativen Stress mitregulieren kann
- die Schilddrüsenfunktion unterstützt
- indirekt für Entwicklung und Stoffwechsel des Babys relevant sein kann
In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Böden eher selenarm. Deshalb kann die Aufnahme über Lebensmittel begrenzt sein, besonders bei pflanzenbasierter Ernährung.
Wichtig: Selen kann auch überdosiert werden! Deshalb bitte nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ einnehmen, sondern Werte und Gesamtsituation berücksichtigen.
8. Vitamin B12 und B6: Blutbildung, Nerven und Übelkeit
Die B-Vitamine arbeiten eng zusammen.
Vitamin B12 ist wichtig für:
- Blutbildung
- Nervenfunktion
- Zellteilung
- neurologische Entwicklung des Babys
Ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht besonders bei vegetarischer und veganer Ernährung, aber auch bei Aufnahmestörungen oder bestimmten Vorerkrankungen – und ehrlicherweise habe ich schon zahlreiche Schwangere gesehen die häufig Fleisch essen und trotzdem suboptimal versorgt sind!
Vitamin B6 kann außerdem bei Schwangerschaftsübelkeit eine Rolle spielen. In der Praxis sehe ich hier immer wieder, dass eine gute Einordnung und Versorgung einen Unterschied machen kann. Gleichzeitig gilt auch hier: B6 kann bei zu hoher Zufuhr problematisch werden. Deshalb bitte nicht unkontrolliert hoch dosieren!
9. Calcium: Am besten über Ernährung mitdenken
Calcium ist wichtig für:
- Knochen
- Zähne
- Muskulatur
- Nervenfunktion
- Blutgerinnung
- kindlichen Skelettaufbau
Im Gegensatz zu manchen anderen Nährstoffen würde ich Calcium jedoch nicht direkt als Supplement empfehlen. Calcium kann mit anderen Nährstoffen und Medikamenten interagieren und bei unpassender Einnahme Probleme machen.
Deshalb ist hier oft die Ernährung der schönere Weg:
- Milchprodukte, wenn du sie verträgst
- calciumreiches Mineralwasser
- grünes Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl oder Rucola
- Samen und Nüsse
- je nach Ernährung auch calciumreiches Tofu
10. Magnesium: Ruhe, Muskeln und Schlaf
Magnesium ist wichtig für Muskel- und Nervenfunktion und an hunderten von Enzymreaktionen beteiligt.
In der Schwangerschaft wird Magnesium häufig interessant bei:
- Wadenkrämpfen
- innerer Unruhe
- Schlafproblemen
- Stressbelastung
- muskulärer Spannung
Auch hier gilt: Es gibt unterschiedliche Formen, Dosierungen und Verträglichkeiten. Was für dich zu welchem zeitpunkt in der Schwangerschaft passt, sollte individuell entschieden werden, besonders dann, wenn Vorerkrankungen oder Medikamente im Spiel sind.
11. Zink: Wichtig, aber nicht immer der Hauptfokus
Zink ist relevant für Immunsystem, Zellteilung, Wachstum und viele Enzyme.
Es ist also natürlich auch in der Schwangerschaft wichtig. Gleichzeitig ist Zink für mich nicht immer der erste Wert, den jede Schwangere isoliert im Fokus haben muss, außer es gibt Hinweise wie häufige Infekte, Wundheilungsprobleme, bestimmte Ernährungsformen oder andere individuelle Faktoren.
Und bitte nicht vergessen: Protein
Auch wenn es in diesem Artikel um Mikronährstoffe geht: Ausreichend Protein ist in der Schwangerschaft mindestens genauso wichtig und ich sehe in der Praxis immer wieder, dass es hier einen Engpass gibt…
Dein Baby wird nicht nur aus Vitaminen und Mineralstoffen gebaut, sondern vor allem aus Aminosäuren. Protein ist wichtig für:
- Wachstum des Babys
- Blutbildung
- Immunsystem
- Muskulatur
- Neurotransmitter
- Regeneration
- Stillzeitvorbereitung
Die meisten Frauen essen in der Schwangerschaft eher zu wenig Protein vor allem dann, wenn Übelkeit, Abneigungen oder starke Müdigkeit dazukommen. Deshalb kann es sinnvoll sein, einmal ein paar Tage bewusst zu beobachten, wie viel Protein du wirklich isst. Ggf. kann man dann mit proteinreichen Snacks, selbstgemachten Proteinshakes oder der Supplementation von Aminosäuren nachhelfen.
Welche Blutwerte sind in der Schwangerschaft sinnvoll?
Natürlich hängt das immer von deiner Anamnese, deinen Symptomen, deiner Ernährung, deiner Schwangerschaftswoche und deinen Vorerkrankungen ab.
Wenn ich aber priorisieren müsste, würde ich bei vielen Schwangeren besonders an diese Werte denken:
- Schilddrüsenwerte: TSH, fT3 und fT4
- Ferritin als Eisenspeicher
- Vitamin D
- Selen
- Vitamin B12, idealerweise aktiv beziehungsweise Holotranscobalamin
- je nach Situation Vitamin B6
- Jodversorgung, meist über Urin
- ggf. Omega-3-/Omega-6-Verhältnis
- ggf. Gesamteiweiß
Wichtig ist jedoch nicht nur, die Werte zu messen. Entscheidend ist, sie sinnvoll einzuordnen. Der Wert eines Blutbilds steht und fällt mit der Qualität der Auswertung!
Ein Blutbild bringt wenig, wenn am Ende nur gesagt wird: „Alles im Referenzbereich.“ Gerade in der Schwangerschaft darf man aus meiner Sicht differenzierter hinschauen.
Wer das kann? In der Regel leider nicht der normale Gyn oder Hausarzt sondern Ärzte für ganzheitliche, orthomolekulare oder funktionelle Medizin und auch einige Heilpraktiker mit Spezialisierung.
Sehr gerne begleite ich dich auch bei der Erstellung und Auswertung deines Blutbildes und berate dich individuell zu deiner Ernährung und Supplements.
Wünschst du dir individuelle Begleitung?
Wenn du dir individuelle Begleitung im Rahmen deiner Schwangerschaft wünschst, dann begleite ich dich dabei sehr gerne! Buche dir dafür gerne einen Termin in meiner ärztlichen Online-Sprechstunde.
Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft: Warum pauschal schwierig ist
Ich verstehe total, dass viele Frauen einfach wissen wollen: „Was soll ich denn jetzt nehmen?“
Aber genau hier ist Differenzierung und Individualität wichtig.
Ein gutes Schwangerschaftspräparat kann eine sinnvolle Basis sein. Trotzdem enthalten viele Präparate nicht alles in ausreichender Menge, zum Beispiel wenig Cholin, wenig Omega-3, manchmal wenig Vitamin D oder keine individuell passende Eisenmenge.
Auf der anderen Seite ist „mehr“ nicht automatisch besser. Manche Nährstoffe können überdosiert werden oder müssen bei bestimmten Erkrankungen vorsichtig eingesetzt werden.
Dazu kommt: Die Aufnahme und der Verbauch sind individuell. Daher ist Messen der Goldstandard.
Deshalb gilt:
- Keine pauschale Supplement-Routine ohne Kontext.
- Hochqualitative Präparate anstatt nur auf die Dosierung zu achten
- Keine hohe Dosierung ohne Blutwerte und medizinische Begleitung.
- In der Schwangerschaft lieber gezielt, sauber und individuell.
Wenn du deine Blutwerte, deine Ernährung und deine Schwangerschaftssituation einmal in Ruhe einordnen lassen möchtest, melde dich gerne und buche dir einen Termin für meine ärztliche Online-Sprechstunde. Dann schauen wir gemeinsam, was für dich wirklich sinnvoll ist..
Häufige Fragen zu Mikronährstoffen in der Schwangerschaft
Welche Mikronährstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig?
Besonders relevant sind Folat, Cholin, Jod, Eisen, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Selen, Vitamin B12, Calcium, Magnesium und je nach Situation Zink. Welche davon bei dir besonders wichtig sind, hängt von Ernährung, Blutwerten und Schwangerschaftsphase ab.
Reicht Folsäure allein in der Schwangerschaft aus?
Folat beziehungsweise Folsäure ist sehr wichtig, aber es ist nicht der einzige relevante Nährstoff. Schwangerschaft betrifft viele Systeme gleichzeitig: Blutbildung, Schilddrüse, Knochenstoffwechsel, Gehirnentwicklung, Immunsystem und Regeneration.
Welche Blutwerte sollte ich in der Schwangerschaft messen lassen?
Häufig sinnvoll sind Schilddrüsenwerte, Ferritin, Vitamin D, Selen, Vitamin B12 und je nach Situation Jod, Vitamin B6, Omega-3-/Omega-6-Verhältnis oder Gesamteiweiß. Die Auswahl sollte individuell erfolgen.
Ist ein Schwangerschaftsmultivitamin ausreichend?
Manchmal ist ein Schwangerschaftspräparat eine gute Basis. Es reicht aber in den meisten Fällen nicht aus. Viele Präparate enthalten zum Beispiel wenig Cholin, keine individuell passende Eisenmenge, kaum Omega 3 oder nur geringe Mengen bestimmter Nährstoffe.
Sollte ich Eisen in der Schwangerschaft nehmen?
Eisen sollte idealerweise anhand von Blutwerten, Ferritin, Symptomen und Verträglichkeit eingeordnet werden. Ein niedriger Eisenspeicher ist für viele Schwangere relevant, aber auch eine unpassende Einnahme ist nicht sinnvoll.
Warum ist Cholin in der Schwangerschaft wichtig?
Cholin ist wichtig für Zellmembranen, Leberstoffwechsel und besonders für die Gehirn- und Nervensystementwicklung des Babys. Es wird häufig übersehen, weil viele Schwangerschaftspräparate wenig oder gar kein Cholin enthalten.
Ist Omega-3 in der Schwangerschaft wichtig?
Ja, vor allem DHA ist relevant für Gehirn und Augen des Babys. EPA kann zusätzlich für Entzündungsregulation wichtig sein. Wie du Omega-3 ergänzen solltest, hängt von Ernährung, Versorgung und individueller Situation ab.
Kann man Mikronährstoffe überdosieren?
Ja, einige Mikronährstoffe können bei zu hoher Einnahme problematisch werden, zum Beispiel Selen, Vitamin B6, Vitamin D oder Jod bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen. Deshalb ist individuelle Begleitung wichtig.
Fazit: Mikronährstoffe sind kein Nebenthema
Mikronährstoffe in der Schwangerschaft sind keine kleine Zusatzfrage.
Sie sind Teil des Fundaments, auf dem dein Körper ein neues Leben aufbaut und gleichzeitig Teil deiner eigenen Stabilität, Energie, Stimmung, Regeneration und Gesundheit.
Es geht nicht darum, perfekt zu sein oder aus Angst alles zu supplementieren.
Und es geht auch nicht darum, dich mit pauschalen Listen allein zu lassen.
Es geht darum, informiert hinzuschauen:
- Was brauchst du?
- Was zeigt dein Blutbild?
- Wie ernährst du dich?
- Welche Besonderheiten gibt es in deiner Schwangerschaft?
- Und was ist wirklich sinnvoll für dich und dein Baby?
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich sehr gerne in meiner ärztlichen Online-Sprechstunde. Dort schauen wir in Ruhe auf deine Werte, deine Ernährung, deine Symptome und deine individuelle Schwangerschaftssituation mit einem Blick für das Ganze.
Höre dir hier die Podcast-Folge an:
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Quellen & weiterführende Informationen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für Folat, Jod, Eisen, Vitamin D, Calcium und weitere Nährstoffe
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Informationen zur Jodversorgung in Deutschland
- European Food Safety Authority: Referenzwerte zu Cholin in Schwangerschaft und Stillzeit
- AWMF- und Fachinformationen zu Schwangerschaft, Schilddrüse, Eisenstatus und Mikronährstoffversorgung
- Studien und Übersichtsarbeiten zu Omega-3-Fettsäuren, DHA, EPA, Vitamin-D-Status, Cholin und kindlicher Entwicklung
Spannend ist in diesem Zusammenhang auch das Thema Blutzucker in der Schwangerschaft. Hier findest du die zugehörige Podcast-Folge und den umfangreichen Blogartikel
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Über mich
Ich bin Charlotte, approbierte Ärztin für ganzheitliche Medizin, Life Coach und staatlich geprüfte Ernährungsberaterin. In meiner Arbeit verbinde ich medizinisches Wissen mit ganzheitlicher Gesundheitsbegleitung.
In der Schwangeren-Beratung meiner ärztlichen Online-Sprechstunde begleite ich Frauen dabei, ihre Blutwerte, Mikronährstoffversorgung und Gesundheitssituation individuell einzuordnen.
Shownotes zu dieser Folge
In dieser Folge nehme ich dich als Ärztin mit in ein Thema, bei dem es eine riesige Gap gibt zwischen dem, was wir aus der Forschung wissen und dem, was bei schwangeren Frauen in der Realität ankommt.
Denn „Das Baby bekommt schon, was es braucht“ stimmt so nicht. Dein Baby bekommt das, was du zuführst. Und ja: Es wird sehr wahrscheinlich auch so „okay“ auf die Welt kommen. Aber wenn du für dich und dein Baby mehr willst als „okay“, dann ist diese Folge für dich.
Statt nur über „Folsäure & Co.“ zu sprechen, schauen wir gemeinsam ganzheitlich und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf die Schwangerschaft: auf deinen Körper, Mikronährstoffe, Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft, Blutwerte – und auch darauf, warum viele Standard-Empfehlungen eher beruhigen, anststatt wirklich aktuelle und evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu geben.
Du erfährst unter anderem:
- warum ein „Pränatal-Komplex“ nicht automatisch „optimal versorgt“ bedeutet und du die Qualität deines Komplexes besser beurteilen können möchtest
- welche 10 Mikronährstoffe in der Schwangerschaft die größten Hebel sind (und welche davon fast immer vergessen oder unterschätzt werden)
- warum „Folsäure“ nicht gleich „Folat“ ist und worauf du bei der Wahl achten darfst
- warum ich bei Eisen nicht nur auf Hb schaue, sondern auf den Ferritinwert
- welche Rolle Omega‑3 (DHA + EPA) nicht nur fürs Baby, sondern auch für Entzündung und Stimmung spielt
- welche Werte dir echte Klarheit geben können (und welche Tests leider oft fehlen)
Im letzten Teil der Folge fasse ich dir außerdem zusammen, welche Blutwerte ich in der Schwangerschaft priorisieren würde, wenn du ein Blutbild machen willst, das dir mehr Erkenntnisgewinn bringt als „alles in Ordnung“.
Für dich, wenn du…
- schwanger bist oder gerade schwanger werden möchtest
- keine Lust mehr hast auf pauschale wissenschaftlich längst überholte Empfehlungen,
- verstehen willst, wo Ernährung reicht und wo Supplemente wirklich Sinn machen
- dich nicht mit „passt schon“ zufriedengeben willst, sondern dein Baby (und dich) bestmöglich versorgen willst
Wenn du dir Begleitung bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaftsvorbereitung wünschst, kannst du dich gerne für meine ärztliche Online-Sprechstunde oder meine Sprechstunde in Düsseldorf bei mir melden. Den Termin kannst du kannst du hier buchen
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Charlotte ist approbierte Ärztin, Life Coach und staatlich geprüfte Ernährungsberaterin. Sie verbindet medizinisches Wissen mit Coaching-Tools aus NLP, EFT und Klinischer Hypnose – für ganzheitliche Gesundheit auf allen Ebenen.
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